Häufige Fragen zur externen Schulevaluation (ESE) der Solothurner Volksschulen im 2. Zyklus

Was ist der Schwerpunkt der externen Evaluation im zweiten Zyklus?
Es handelt sich um eine sogenannte Ampel/Profil-Evaluation.
Die Ampelevaluation überprüft im Sinne einer Rechenschaftslegung die elementare Funktionsfähigkeit der Schule. Dabei wird untersucht, ob die Schule den grundlegenden Anforderungen, die an eine funktionsfähige Schule gestellt werden, zu genügen vermag.
Die «Funktionsbereiche» und ihre Kriterien (Schul- und Unterrichtsklima, Arbeitsklima für Lehrpersonen, Elternkontakte, Betreuungs- und Aufsichtsfunktion, Schulführung und Qualitätsmanagement) sind in der Broschüre «Funktion und Bedeutung der Ampelkriterien in der externen Schulevaluation an den Solothurner Volksschulen» beschrieben. Zusätzlich werden die Besonderheiten der Schule erfasst und der Schule im Sinne eines Feedbacks zurückgemeldet (Profil).

Gelten immer noch die 6 Ampelkriterien? 
Ja.
Es sind dies: Schul- und Unterrichtsklima, Arbeitsklima für Lehrpersonen, Elternkontakte, Betreuungs- und Aufsichtsfunktion, Schulführung und Qualitätsmanagement.
Die Beurteilung der Ampeln wird stärker auf die Wirkung / Wirksamkeit hin ausgerichtet.
Bei der Ampel Schulführung stehen neben der grundsätzlichen Leitfrage über die Funktionstüchtigkeit zwei Dimensionen im Vordergrund – Dimension 4 (Führen und Entwickeln des Personals) und Dimension 6 (Förderung und Unterstützung der schulinternen Zusammenarbeit).
Der siebte Ampelbereich «Zielerreichung (fachlich / überfachlich)» wird zurzeit nicht beurteilt.

Kann die Schule ein Fokusthema wählen?
Nein.
Mit dem Rahmenkonzept Qualitätsmanagement des Kantons Solothurn wird eine klare Funktionentrennung der beiden Evaluationsformen: externe Schulevaluation und interne Schulevaluation vorgenommen. Die externe Evaluation hat ihren Schwerpunkt in der Rechenschaftslegung. Die Evaluation von schuleigenen Themen und Entwicklungsschwerpunkten wird durch die interne Schulevaluation (ISE) abgedeckt.
Den Schulen stehen die Orientierungsraster («Schulführung», «Entwicklungsprozesse», «Umgang mit Vielfalt» und «Kompetenzorientierter Unterricht») als Grundlagen für die interne Evaluation zur Verfügung? Die beiden Evaluationsformen ESE und ISE ergänzen sich gegenseitig und bilden im Zusammenspiel ein Ganzes.

Für die Begleitung von internen Evaluationen bietet das Institut Forschung und Entwicklung unterstützende Angebote an:
Begleitete Selbstevaluationen, Kontakt: peter.steiner@fhnw.ch
Fragenbogengestützte Befragungen/Evaluationen, Kontakt: matthias.gut@fhnw.ch
 

Müssen die Schulen vor der Durchführung der ESE wiederum eine Stärken- / Schwächen-Analyse (im Sinne einer Selbstanalyse) durchführen?
Nein.
Die Schule präsentiert dafür dem Evaluationsteam zu Beginn der Datenerhebung vor Ort ihr Qualitätsmanagement.

Muss die Schule ein Portfolio einreichen?
Nein.
Das Evaluationsteam verschafft sich vor Ort in der Sichtung von Dokumenten einen Eindruck über die schriftlichen Grundlagen der Schule.

Wie gross ist der Aufwand für die einzelne Schule?
Für die einzelne Schule entsteht kein direkter finanzieller Aufwand. Indirekter finanzieller Aufwand entsteht durch zeitlichen und personellen Aufwand verschiedener Personen.
Für die Mitarbeitenden einer Schule besteht der zeitliche Aufwand im Ausfüllen eines Fragebogens, in der Teilnahme an je einer Informations- und Rückmeldeveranstaltung (im Rahmen einer Teamsitzung) sowie den Gruppen- oder Einzelinterviews (ca. 1 ¼ h).
Die Leitungspersonen setzen zusätzliche Zeit ein für Vorbereitungs- Organisations- und Entwicklungsarbeit (Einteilen und Aufbieten der Interviewteilnehmenden, Evaluationsbericht analysieren, Massnahmen ableiten und umsetzen usw.).

Werden die schriftlichen Vorbefragungen der Eltern, Schüler/innen und Lehrpersonen beibehalten?
Ja.
Der Schule stehen die Auswertungen auf der Ebene Gesamtschule bzw. Schuleinheiten zur Verfügung. Die Datenhoheit liegt bei den Schulführungsverantwortlichen.
Wie mit diesen Daten gearbeitet wird und wer Einsicht hat liegt somit in deren Entscheidungsbereich. Auf Ebene Klasse werden die Daten den Schulführungsverantwortlichen nicht zur Verfügung gestellt. Als Klassenlehrperson hat man anlässlich der Datenerhebung vor Ort die Möglichkeit sich für ein Einzelgespräch zu melden, an dem die Daten der eigenen Klasse mit der Evaluationsperson besprochen werden.

Wie sieht das Vorgehen bei der Evaluation von Schulen mit mehreren Schuleinheiten aus?
Grundsätzlich wird die Schule als ganzes System evaluiert. Im Evaluationsbericht können auch Eigenheiten der einzelnen Standorte zum Tragen kommen. Quantitative Daten für die Weiterarbeit stehen der Schule nach der Evaluation auch auf Ebene Schuleinheiten zur Verfügung.

Ist die Evaluation der Unterrichtsqualität ein primäres Ziel der externen Schulevaluation?
Nein.
Bei der kriteriengeleiteten Ampel-Evaluation wird das Unterrichtsklima beurteilt.
Im Zusammenhang mit dem Ampelkriterium Qualitätsmanagement wird beurteilt, wie an der Schule die Unterrichtsqualität gefördert und gesichert wird. Die Beurteilung der Unterrichtsqualität von einzelnen Lehrpersonen ist Teil der Personalführung und gehört zu den Aufgaben der Schulleitung.

Finden anlässlich der Datenerhebung vor Ort Unterrichtsbesuche statt?Unterrichtsbesuche sind im Evaluationsverfahren des zweiten Zyklus nicht vorgesehen.
Die Beurteilung des Unterrichtsklimas findet auf der Datenbasis von Interviews sowie den Resultaten der schriftlichen Befragung statt.

Wer informiert die Lehrpersonen über die Ergebnisse der externen Evaluation?
Bei ausschliesslich grünen Ampeln werden die Lehrpersonen durch die Schulleitung über die Ergebnisse der externen Evaluation informiert. Bei gelben und roten Ampeln informiert das Evaluationsteam die Lehrpersonen. An dieser Veranstaltung nimmt zusätzlich ein Mitglied der kantonalen Schulaufsicht teil.

Wer ausser der Schule erhält Einblick in die Evaluationsergebnisse?
Je ein schriftlicher Bericht geht an das Präsidium der kommunalen Aufsichtsbehörde, die Schulleitung und an die zuständige Person der kantonalen Schulaufsicht.
Da die Datenhoheit bei der Schulführung liegt, entscheidet sie, wann und in welcher Form Ergebnisse des Berichts öffentlich gemacht werden.

Wie sollen die Schulen Resultate der externen Evaluation nutzen und verarbeiten?
Gedacht ist, dass die Ergebnisse der externen Evaluation innerhalb der Schule analysiert und Massnahmen abgeleitet werden. Hilfestellungen zum Umgang mit Evaluationsergebnissen der externen Evaluation bietet die Broschüre «Von den Daten zu Taten».
Diese Anregungen können ebenfalls zur Verarbeitung von Ergebnissen von internen Evaluationen genutzt werden.

Was geschieht, wenn die Evaluationsergebnisse negativ sind?
Werden gravierende Qualitätsmängel festgestellt, legen die kommunale Aufsichtsbehörde und die Schulleitung ihre aufgrund des detaillierten Evaluationsberichts geplanten Massnahmen der kantonalen Schulaufsicht zur Genehmigung vor. Die kantonale Schulaufsicht kann zusätzliche Massnahmen anordnen, wenn die kommunale Aufsichtsbehörde und die Schulleitung die festgestellten Qualitätsmängel nicht von sich aus zu beheben vermögen.

Was kann die Schule tun, wenn sie mit den Evaluationsergebnissen nicht zufrieden ist?
Die Ampelsetzungen und die Kernaussagen des Evaluationsteams sind nicht verhandelbar.
Ist die Schule mit dem Bericht nicht einverstanden, können die kommunale Aufsichtsbehörde und die Schulleitung in einem gemeinsam verfassten und unterzeichneten Papier innerhalb von zwölf Schulwochen nach Erhalt des definitiven Berichts dem Volksschulamt eine schriftlich begründete Gegendarstellung einreichen. Diese Stellungnahme wird als Anhang dem Evaluationsbericht beigefügt und ist Teil davon.